Ich bin fast ein wenig gerührt über die Kommentare in meinem letzten Post. Ich werde also vermisst, wenn ich nicht schreibe.
So will ich mich wieder einmal melden.
Manchmal, wenn gute Freunde mich fragen, wie es mir gehe, so antworte ich halbwegs im Spass: “Willst du eine tapfere oder eine ehrliche Antwort?”
Die ehrliche Antwort zuerst: Es geht mir nicht immer besonders gut. Darum schreibe ich auch wenig. Ich will Euch weder beunruhigen noch auf die Nerven gehen. Aber ich habe noch oft Mühe, mich mit der neuen Situation abzufinden, auch wenn die “neue Situation” nun schon mehr als zwei Jahre dauert. Eine neue Ausbildung, ein neuer Beruf, eine neue Familienkonstellation, ein neues Haus, ein neuer Freundeskreis… das alles ist schön und aufregend, aber auch enorm energiezehrend. Und ich habe ja “das Alte” noch immer nicht ganz verlassen können. Ich arbeite noch oft auf der Farm, nach wie vor, Melken und Büroarbeit. Und jetzt, wo der Frühling schön, warm und sehr früh für hiesige Verhältnisse kommt, ist der Aufenthalt auf der Farm schmerzhafter als sonst. Mein Garten dort – was wird daraus? Ich kann mich nocht auch noch darum kümmern, dazu reicht die Kraft nicht aus. Und all die Bäume, die ich im Laufe der letzten 22 Jahre rund ums Farmhaus gepflanzt hatte – ich kann sie nicht mitnehmen, sie sind tief dort verwurzelt, wunderschöne grosse Ahorne, Tannen, die Birke, die Eberesche… Das Hin und Her ist schwierig, und jetzt habe ich auch noch Prüfungen in der Schule. Bei der theoretischen Abschlussprüfung der Polarity ging es mir nicht besonders gut, bei Fragen, die ich eigentlich hätte wissen müssen, hatte ich einfach ein “Blackout” – ich habe die Resultate noch nicht, aber kein gutes Gefühl… – Und mein Auto macht auch immer mal wieder Mucken, dabei bin ich jetzt so sehr darauf angewiesen, es gibt keinerlei öffentliche Verkehrsmittel hier wo ich wohne.
Andererseits ist da die tapfere Antwort, und auch diese ist wahr! Es ist wunderschön hier, ich bin immer noch sehr froh, dieses Haus gekauft zu haben. Das herrliche, warme Wetter in der Woche vor Ostern hat mir schon ein paar mal erlaubt, draussen auf der Terrasse zu essen, zu sitzen.
In meiner Wiese und in den Blumenbeeten blühen Krokusse und bald die ersten Osterglocken, die nicht ich gepflanzt habe. Jeden Tag entdecke ich neue Blumen, Pflanzen, derer Bekanntschaft ich erst noch machen darf.
In der Stube steht mein neuer Esstisch, den ich mir von einem Schreiner hier im Dorf aus Kirschbaumholz eigens habe anfertigen lassen. Er gefällt mir sehr, und die erste Mahlzeit daran hat ganz besonders gut geschmeckt. Am Karsamstag kamen Freundinnen und wir haben zusammen Ostereier mit Zwiebelschalen gefärbt. Der Junge war da und hat mir ein wenig mit den Arbeiten rings um Haus geholfen. Im Treibhaus hat schon einiges gekeimt, Salat, Peperoni, Tomaten…
Ich weiss, dass ich durchkommen werde. Es gibt immer einerseits und andererseits. Und ich versuche weiterhin, tapfer und ehrlich zu sein!


Ich hatte schon bei deinem letzten Eintrag ein paar mal versucht, einen Kommentar zu schreiben, aber irgendwie ging es nicht. Ich hoffe, es klappt dieses mal!
Erstmal freue ich mich riesig , wieder von Dir zu lesen. Aber Dein Eintrag macht mich sehr nachdenklich. Es ist schwer loszulassen, wenn man ständig mit der Vergangenheit konfrontiert wird. Fühle Dich einfach mal ganz fest gedrückt. Du bist so stark, ich habe immer bewundert, wie Du Dein Schiksal gemeistert hast. Aber manchmal sieht es innen doch anderst aus, als wie es von außen scheint.
Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute!
Sei herzlich gegrüßt von Silke!
Wie schön, liebe Franziska, wieder von dir zu lesen!!
Du hast eine große “Familie” im WWW – die ganz sicher deine ehrliche und deine tapfere Seite mögen und verstehen. Und manchmal ist es gut, darüber zu schreiben …
An deinem wunderschönen neuen Esstisch wünsche ich dir “Allzeit Mahlzeit” und schöne Stunden mit deinen neuen Freunden!
Mit lieben Grüßen aus den Kärntner Bergen, wo der Frühling auch langsam ankommt.
Monika
Ich freue mich riesig, endlich wieder etwas von Dir zu lesen. Ich habe jeden Tag mal reingeschaut, um zu sehen, ob es etwas neues gibt. Ich finde es so interessant, was Du schreibst, und ich habe das Gefühl, Dich schon ewig zu kennen. Ich bewundere schon lange Deine Kraft, mit der Du all die Widrigkeiten, gesundheitlich, familiär und auch anderweitig, bewältigst. Ich finde auch, dass Du ruhig Deine tapfere und Deine ehrliche Seite zeigen solltest.
Ich wünsche Dir, dass Du Dich in Deiner neuen Welt immer besser einlebst und dabei die alte immer weiter hinter Dir lassen kannst.
Liebe Grüße aus dem Rheinland
Jutta
Liebe Franziska,
siehst du, mir geht es mit der ehrlichen und der tapferen Antwort ganz ähnlich wie dir… Schön, wieder von dir zu lesen! Ich kann verstehen, wie schwierig ist, zwischen deinem alten und dem neuen Leben hin und her zu pendeln – wie lange wird das voraussichtlich noch so sein?
Auch wenn dir vor dem endgültigen Abschied vermutlich ebenso graut, wie du ihn herbeisehnst: Du wirst sehen, sobald du dich hauptsächlich um dich selbst und deinen eigenen Weg kümmern kannst, wird es dir besser gehen – sobald du das Loch überwunden hast, über das zur Zeit noch das “Sicherheitsnetz” des Pendelns gespannt ist (dass diese Sicherheit eine trügerische ist, weisst du ja, gell?).
Ich begleite dich in Gedanken und wünsche dir viel Mut, Kraft und Geduld in deiner nicht einfachen Situation!
Herzliche Grüsse,
Katarina
liebe franziska,
ganz herzlichen dank für deine zeilen.ja es ist im frühling als bäuerin nicht so einfach wenn man all das gepflanzte und gehegte zurück lassen muss.aber du hast ja auch ein garten.Wie sagt mir ein therapeut:Der garten ist der psychiater der bäuerin!zum schluss mein
kraftspruch.immer wenn du meinst es geht nicht mehr kommt von irgendwo ein lichtlein her…
liebe grüsse aus der schweiz (gehe in den Garten) maria
Liebe Franziska,
es ist schön wieder von dir zu lesen. Ich kann gut nachvollziehen was du sagst. Ich hab auch schon mal mein altes Leben hinter mir gelassen, allerdings hatte ich es leichter ich musste nicht immer wieder zurück. Glaub es wird besser wenn du es endgültig hinter dir lassen kannst und irgendwann tut es auch nicht mehr weh das zu sehen was man zurückgelassen hat, nämlich denn wenn du endgültig im neues Leben angekommen bist. Aus Erfahrung würde ich sagen mache diesen Schritt so schnell es eben geht. Meine Oma hat schon immer gesagt besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende und auch den Kraftspruch von Maria hat sie oft benutzt. Bis jetzt ist auch immer ein Lichtlein gekommen….
Im übrigen ist mir die ehrliche Franziska mindestens so lieb wie die Tapfere.
Ich wünsch dir ganz viel Kraft und wünsche dir alles Gute
Liebe Grüße
Sabine
Und
Wie bin ich froh !!Ich war damals , als Du von der neuen Familienkonstellation geschrieben hast, sehr geschockt. Es hat mir soo leid für Dich getan.
Auch wenn wir uns nicht kennen, vor einigen Jahren, ich weiß gar nicht genau wann, bin ich über Dein Blog gestoßen. Ich lese immer gern mit, habe mich erfreut an Haus- und Hofgeschichten.
Warum kann die Neue nicht melken ? Es tut bestimmt sehr weh, das mitansehen zu müssen. Kannst Du Dich nicht davon lösen ?
Ich wünsche Dir alles, alles Gute und Du wirst es schaffen und gestärkt daraus hervorgehen, denn Du bist stark.
Alles Gute und Liebe
Christine
liebe franziska
das mit dem “neuen” leben, welches doch schön länger neu ist und eben doch eine grosse umstellung, das kann ich sehr gut nachvollziehen! das mit der “tapferen” und der “ehrlichen” version .. werd ich mir für mich selber merken >_< kenn ich auch zu gut..
Ja, auch geniesse den Frühling im Garten, zeige den Kindern alle die Schätze, welche aus dem boden spriessen: Tulpen in allen Farben und die Küchenschelle – violett und weiss blühen sie unter meinem grossen Rosmarin! Der kleine Mirabellenbbaum blüht wie verrückt – als könnte er es gar nicht erwarten gross zu werden und auch der uralte Apfelbaum schaut schon wieder ganz frisch aus – ich habe ihm im März eine neu Frisur verpasst.
Ich weiss, dass Du die enorme Fähigkeit hast, immer neu das Schöne zu entdecken und zu schätzen. Deshalb mache ich mir keine Sorgen um Dich. Am liebsten würde ich Dich bald in Deinem neuen Haus und Garten besuchen. Eines Tages werde ich es bestimmt tun.
Alles Liebe
Andreas