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 Märchenland
Gestern war es so wunderschönes Wetter – ich glaube, ich wohne im Märchenland!
Zusätzlich zu den beiden Futterhäuschen im Baum habe ich noch eins unter dem Dachvorsprung aufgehängt, und es ist lustig, den Meisen zuzusehen, die sich an die Eiszapfen klammern, bevor sie auf das Futterbrettchen hüpfen.
Auch mein Freund Kardinal kommt regelmässig, und oft bringt er noch seine Frau und manchmal noch einen Kollegen mit, der aber noch ein wenig brauner ist als er, vielleicht ist es ein Junger vom letzten Jahr.
Ja, mit dem vielen Schnee draussen ist es jetzt richtig gemütlich in der Stube, besonders an meinem grossen Erkerfenster. Die Spinnräder scheinen sich wohl zu fühlen, auch wenn ich noch nicht so viel Zeit hatte, mich daran zu setzen. Die Essecke ist noch nicht fertig, es steht da erst ein provisorischer Tisch, ich will mir nämlich auch einen neuen Esstisch leisten, und ich will mir Zeit lassen, etwas zu finden, das mir wirklich gefällt. Auch der alte Küchenschrank steht noch im Farmhaus, mit den andern grösseren Möbelstücken, ich hoffe sehr, dass ich in der kommenden Woche Leute und ein Fahrzeug auftreiben kann, um endlich fertig zu zügeln (schweizerdeutsch für “umziehen”).
Heute schneit es nun wieder ein wenig, und in meinem neuen Crockpot schmurgelt eine Gelberbssuppe mit Schinkenstücken. Genau das richtige Menu im Wintermärchenland!
Ich habe den Mikrowellenherd im Farmhaus gelassen. Irgendwie ist mir das Teil immer unsympathisch gewesen, auch wenn ich es oft benutzt habe. Dafür habe ich mir einen anderen Küchenhelfer zugelegt: Einen Crock-pot, oder Slowcooker. Ich hatte schon länger damit geliebäugelt, vor allem weil Ulrike in ihrem Blog immer wieder Rezepte dafür vorstellt. Und als ich diese Woche in einem grossen Warenhaus noch einige Dinge für mein neues Haus besorgte, sah ich die kleinen Langsamkocher im Sonderangebot: nur 15 Can$ kostete das Gerät, und da habe ich zugegriffen. Ich habe ihn erst einmal benutzt, letzten Mittwoch, als ich den ganzen Tag Schule hatte. Am Morgen früh habe ich ihn mit Rindfleisch und Gemüse bestückt, und als ich zehn Stunden später nach Hause kam, da roch es fein aus der Küche, und ich konnte gleich essen. Ich freue mich darauf, noch mehr auszuprobieren. Tips und Tricks von erfahrenen Langsamköchinnen sind willkommen.
Heute mache ich mir allerdings ein Lachsfilet in der Bratpfanne, Reis und Spinat dazu - ich gehe jetzt in die Küche!
 Neuer Küchenhelfer
 Neujahrstag
Am Neujahrstag hatte es schon viel Schnee. Der Junge füllte die Futterhäuschen für meine Freunde Meisen und Herrn und Frau Kardinal auf.
Dann hat es weiter geschneit und weiter geschneit, so dass nicht nur ich in den Graben rutschte. Heute konne ich den Buick in die Karosseriegarage bringen und bekam dafür einen neuen VW Golf ausgeliehen, die Versicherung übernimmt auch das, und ich habe nicht mal einen Selbstbehalt. Es geht etwa vierzehn Tage, bis mein Auto repariert ist, die Garage ist überlastet von all den schneebedingten Blechschäden. Aber ganz so schlimm wie auf diesem Video ist es nicht hier, und wir Kanadier sind uns den Winter ja eigentlich gewohnt. Langsam und vorsichtig fahren ist angesagt.
 Am 5. Januar....
Seit Neujahr hat es noch viel mehr geschneit, so dass mein Tisch auf der Galerie jetzt so aussieht… Die Futterhäuschen sind schon wieder fast leer, morgen will ich wieder nachfüllen.
Eigentlich mag ich den Schnee… wenn ich nicht auf die Strasse müsste. Aber morgen habe ich wieder Massagekurs, und seit ich umgezogen bin, ist der Anfahrtsweg fast doppelt so weit. Ich werde mir genug Zeit nehmen, und ich bin auch nicht allein unterwegs, eine Frau aus dem Nachbardorf ist in meiner Klasse, sie fährt mit mir.
Dazu bin ich immer noch ein wenig provisorisch eingerichtet, weil die grossen Möbelstücke noch im Farmhaus sind – bei diesem Schnee ist nicht ideales Umzugswetter. Der Grosse hat noch Ferien bis am 24. Januar, und wenn es einmal ein wenig freundlicher ist, werden wir einen Lieferwagen mieten und fertig zügeln… Ich freue mich darauf, wenn ich das dann hinter mir habe!
Es hat viel Schnee. Ich bin etwas müde. Die Strassen sind glatt. Ich habe zwar gute Winterpneus. Aber gestern, als ich auf die Farm fuhr zum Melken (ich mache Wochenendablösungen und noch etwas mehr…), da fing mein Auto auf der hübschen kleinen kurvenreichen Strasse, die dem Flüsschen entlang führt, plötzlich an zu schlingern. Ich versuchte, das Vehikel wieder unter Kontrolle zu bringen, aber nichts zu machen, es vollführte eine kleine Drehung und rutschte mit dem Hinterteil in den Strassengraben, ganz langsam und friedlich, aber eben doch… Ich stieg aus, mir tat nichts weh, aber ich sah sofort, dass ich da aus eingener Kraft nicht mehr herauskommen konnte. Und natürlich hatte ich mein Handy, das ich sonst IMMER auf mir trage, zuhause liegen lassen. Zum Glück hielt bald darauf ein netter Herr an, fragte mich, ob ich in Ordnung sei und ob er mir helfen könne. Er brachte mich dann auf die Farm, von dort aus rief ich den Abschleppdienst an. Der holte meinen Buick aus dem Graben und brachte ihn in die Garage meines Vertrauens, wo der freundliche Besitzer trotz Feiertages nachsah, ob mechanisch alles in Ordnung sei. Ja, ich habe Glück gehabt, nur einen ziemlichen Blechschaden hinten, und zwei Lichter kaputt. Aber lieber ein Blechschaden als ein Dachschaden!
 Kardinal
Die Festtage waren ein wenig schwierig, mit all den Umstellungen, dem Hin und Her zwischen der Farm und dem neuen Wohnort. Ich bin ziemlich müde, hätte mehrer Tage wirkliches Ausspannen dringend nötig. Ich tue, was ich kann. Es hat auch sehr viel Schnee, wie Ihr seht…
Heute Nachmittag, als ich da so am Herumräumen war in meinem Haus, meinte ich plötzlich ein Klopfen zu hören, allerdings nicht an der Haustür, sondern an meinem grossen Erkerfenster. Ich ging nachschauen, und da flatterte er vor der Scheibe, irgendwie haben ihn wohl die roten Äpfel an meinem Weihnachtsbäumchen angezogen. Ein wenig benommen setzte er sich wieder auf den Sims, und ich ging flink meine Kamera holen. Er hielt ganz still, und ich konnte einige Bilder machen, ganz nah, dieses hier ist ohne Zoom durch die Scheibe gemacht.
Ich sass dann eine Weile auf dem Fensterbrett, Auge in Auge mit dem Kardinal, redete ihm zu, warnte ihn vor der Katze, offensichtlich hatte er sich ein wenig den Kopf angestossen. Dann hüpfte er plötzlich auf das Balkongeländer und nach einer Weile flog er davon. Ich habe mich sehr über diesen Besuch gefreut, morgen früh fülle ich die Futterhäuschen im Baum wieder auf!
Ja, morgen früh ist ja schon nächstes Jahr. Ich feiere ganz ruhig mit dem Jungen, den ich jetzt dann gleich an der nächsten Busstation abholen werde. Euch allen, meine lieben Leser und Freunde, wünsche ich von Herzen ein frohes, friedliches und buntes Neues Jahr!
PS: Bei diesem Bild lohnt es sich übrigens, die Originalversion anzuschauen!
 Stubenfenster
Habt alle ganz herzlichen Dank für Eure lieben Wünsche, Brot und Salz…
Seit Samstag habe ich angefangen, einzuziehen. Der Junge hat mir dabei geholfen, und wir haben miteinander die erste Mahlzeit in meinem Esszimmer genossen. Es ist zwar noch ziemlich leer, denn die grossen Möbelstücke werde ich erst nach Weihnachten hierherbringen lassen. Aber die Küche ist voll funktionsfähig, ich habe bereits Weihnachtsguezli gebacken. Heute wurde mein neues Bett geliefert, das ich mir am Freitag gekauft habe, und das wunderbar mit dem riesigen Einbauschrank im Schlafzimmer harmoniert. Das Büro ist zwar noch sehr provisorisch, aber ebenfalls brauchbar, und hier habe ich das High-Speed-Internet!
Auch Besuch habe ich schon bekommen, eine liebe Freundin hat mich überrascht, als ich gerade anfing, das Bett zusammenzusetzen, und sie hat mir sehr willkommene Hilfe dabei geleistet. Sie hat mir einen herzigen Schutzengel mitgebracht, der nun im Treppenaufgang schwebt. Eine andere Freundin, die Besitzerin der Clinique Colibri, hat mir einen Reisigbesen gebracht (den ich noch nicht fotografiert habe), da nach einem keltischen Brauch ein Haus erst ein Zuhause wird, wenn man über einen Besen gestiegen ist, der vor der Türe liegt. Das habe ich dann auch gemacht, und ich fühle mich bereits sehr zuhause hier. Auf dem Stubentisch steht ein Teller mit Gebäck, das ich auch von meinen Freundinnen bekommen habe.
Jetzt werde ich dann gleich mein erstes Bad nehmen im Badezimmer gleich neben (!) meinem Schlafzimmerund dann zum ersten Mal in meinem neuen Zuhause schlafen. Ich bin auch müde genug dafür!
 Chez moi
So, seit heute Vormittag ist es nun offiziell und notariell verschrieben: Dieses Gebäude gehört mir , samt dazugehörigem Treibhäuschen, Garten und natürlich dem Haupthaus. Am Samstag fange ich mit dem Umzug an.
Morgen habe ich noch die Polarity-Zwischenprüfung, mit einem gehörigen Bammel… ich habe zwar so viel als möglich gelernt, aber meine Merkfähigkeit ist eben doch nicht mehr die einer zwanzigjährigen Studentin. Damals hiess lernen für eine Prüfung für mich, die Notizen und Texte nochmals überfliegen. Heute muss ich alles mindestens dreimal genau nachlesen, mir Zettel und Merklisten machen – und habe nachher trotzdem das Gefühl, ich könne es nicht behalten…
Darum gehe ich jetzt bezeiten schlafen, damit mein reifes Studentinnenhirn morgen ausgeruht ist.
Ich habe eben meine Mitgliederkarte der FMQ (Massotherapeuten-Verband von Quebec) für 2010 bekommen. Weil ich an einer staatlich anerkannten Schule lerne, bin ich dort automatisch Mitglied. Mein Status auf der Karte ist “Étudiante” – Studentin. Da fühlt man sich doch gleich nochmals wie 20!
 Wintersonne
Wie wunderschön und wohltuend die Wintersonne auf dem Schnee ist! Ich muss zwischen Hausarbeit und Lernen unbedingt ein wenig hinaus. Tut das gut! So kann es von mir aus den ganzen Winter über bleiben.
Seit September gehe ich am Mittwochmorgen jeweils um viertel nach sieben aus dem Haus, um in der Stadt in die Schule zu gehen. Ich habe einen Kurs in Polarity-Massage belegt, und es gefällt mir sehr. Es ist eine gute Ergänzung zur Cranio-Sacral-Therapie, welche ich letztes Jahr erlernt habe. Am Abend habe ich dazu einen Kurs belegt, der eher Richtung Psychologie geht, auch dieser sehr interessant. Aber ich komme jeweils erst gegen halb elf Uhr nachts wieder nach Hause, es sind also strenge Tage. Nächste Woche habe ich ein Zwischenexamen in der Polarity, und im “Relation d’aide”-Kurs (wie man das wohl auf Deutsch nennen würde?) muss ich eine schriftliche Arbeit einreichen. Ein wenig war mir bange, wie ich das alles schaffe.
Heute früh um halb sieben klingelte das Telefon: die Polarity-Lehrerin teilte mir mit, dass die Schule heute geschlossen sei wegen eines angesagten Schneesturmes. Erst war ich fast ein wenig enttäuscht, denn die Schultage erlauben mir, aus meinem hiesigen Alltag auszubrechen. Aber dann stellte sich Erleichterung ein: das ist nun ein geschenkter Tag, an dem ich für die Prüfung lernen und die Arbeit schreiben kann. Und vielleicht reicht es sogar, eine oder zwei Sorten Weihnachtsguezli zu backen…
Inzwischen hat es wirklich angefangen, recht heftig zu schneien. Ich hole mir noch einen Kaffee in der Küche und brauche jetzt mein Laptop zum LERNEN und nicht zum Bloggen
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