Ich habe sie!!

Meine Tickets für SEIN Konzert!!

Ich freu mich, ich freu mich, ich freu mich, ich freu mich!!!

Venus von Wollendorf

Nach wie vor stricke ich gerne und viel. Manchmal dürfen es auch etwas ausgefallenere Projekte sein, wie diese “Venus”, die ich für eine Freundin gemacht habe. Die junge Frau beschäftigt sich im Rahmen ihrer Arbeit mit prähistorischer Kunst, und die Göttinnen oder Venusfiguren haben es ihr ganz besonders angetan. Als ich auf Ravelry auf dieses Muster stiess, war mir klar, dass C. so eine haben musste!

Venus von Wollendorf

Venus von Wollendorf

Auch mein Aran, den ich 2009 angefangen habe, ist endlich fertig geworden. Zu Ostern gab es gestrickte Eier, und ein Ahorn wurde in einen  Apfelbaum verwandelt, ganz ohne Gentechnik! Es macht Spass!

Immer wieder neu beginnen

Ich war einmal so eine fleissige Bloggerin. Und nun tue ich mich schwer, hier zu schreiben. Dabei weiss ich ja, dass ich viele treue Leser hatte, denen meine Einträge gefielen. Soll ich  wieder anfangen, vermehrt zu schreiben? Schon ein paar Mal habe ich diesen Anlauf genommen, und bin dann doch wieder für Monate ins Schweigen verfallen.

Es war ein langer Winter. Nein, nicht im meteorologischen Sinn. Aber für mich. Mein Verknüpftsein mit der Farm ist noch immer nicht ganz aufgelöst. Seit vier Jahren hänge ich nun zwischen den Welten. Das zehrt. Mit dem Bauern bin ich zwar gut Freund. Ab und zu, wenn ich Wochenendablösung mache, arbeiten wir sogar noch zusammen. Der Junge wohnt im Farmhaus, ich besuche ihn oft, koche dann wieder in meiner alten Küche. Aber es ist nicht mehr meins. Der Gemüsegarten soll nun zu Rasen werden. Die Blumenbeete… meine Blumenbeete… nein, nicht mehr meine… voll Unkraut, Quecken, Löwenzahn, Gundelrebe… Gerade heute war ich wieder dort. Es tut immer noch weh.

In der Clinique hatte ich nicht besonders viele Kunden. Aber ich liebe diese Arbeit doch so sehr! Nur ist meine Energie noch nicht voll und ganz dort.

Mein Haus ist immer noch wundervoll, ich bin sehr froh, dass ich es habe. Aber so ein Haus ist manchmal auch eine Belastung, ich muss für alles selbst verantwortlich sein, was ich nicht selbst tun kann, muss ich jemandem in Auftrag geben. Ein halbes Leben lang hatten wir diese Aufgaben geteilt.
Kurz nach Weihnachten hat sich auch mister e  wieder  verabschiedet. Schade.

Aber es liegt nicht in meiner Natur, aufzugeben. Ich darf jeden Tag wieder neu beginnen. Und das ist doch gut.

Berufliches

Nun bin ich schon mehr als zwei Jahre im Colibri, erst hatte ich einen Raum mit einer meiner Kolleginnen geteilt, und seit anfangs September habe ich nun mein eigenes Behandlungszimmer. Seit diesem Sommer bin ich diplomierte Massotherapeutin (die Bezeichnung “Masseuse” hat hier eine – ähem – zwielichtige Bedeutung).  Zuerst habe ich ja die Ausbildungen als Bachblütenberaterin und als Craniosakraltherapeutin gemacht. Doch diese beiden Therapieformen sind hier in Québec noch nicht offiziell anerkannt, therapeutische Massage hingegen schon. Unter das Letztere fallen die meine drei Techniken Polarity, Schwedische Massage und Lymphdrainage. Also habe ich jetzt fünf verschiedene Werkzeuge in meinem Koffer, deren ich mich bedienen kann, um Menschen auf ihrem Weg zur Heilung zu begleiten. Im Moment ist meine Praxis gerade etwa selbsttragend, ich bin froh, dass ich finanziell immer noch die Farm im Rücken habe und mit meiner Wolle ab und zu einen Zustupf verdiene. Aber es ist mir in den letzten Monaten sehr klar geworden, dass meine Tätigkeit als Therapeutin genau das ist, was ich machen will, darf, muss. Meine Berufung, sozusagen. Die Bezeichnung hier ist übrigens “Praticienne en santé holistique – Holistic Health Practitioner”.

Im Moment scheint sich allerlei zu tun, das mir erlaubt, bekannter zu werden und meine Kundschaft zu erweitern, so dass ich mit der Zeit auch wirklich davon werde leben können. Am Weihnachtsmarkt haben mich die Leute oft gefrage, ob ich denn vom Wolle färben lebe und leben könne, und da habe ich natürlich erklärt, was mein eigentlicher Beruf sei und einige Visitenkarten verteilt. Und letzte Woche war ich bei unserer Lokalradiostation eingeladen, und wurde im Rahmen der Sendung “The Alternatives – you have choices” zum Thema Bachblüten inteviewt. Die Sendung wurde gestern ausgestrahlt und wird am Donnerstag wiederholt, und zwar um 8h30 hier, das heisst um 14h30 MEZ. Wen es interessiert: >>> Hier <<< kann man den Radiosender per Internet empfangen, und zwar indem man auf den Link gleich unter dem Kalender auf jener Seite klickt (live streaming). In ein paar Tagen sollte die Sendung dann auch online verfügbar sein.

Und jetzt fahre ich nach Montreal, um auf der Schweizer Botschaft ein paar Sachen zu regeln… noch immer sind die Schweizer um einiges bürokratischer als die Kanadier… ;-)

Weihnachtsmärkte

Schon als ich noch mit dem Bauern in der Schweiz wohnte, waren wir ab und zu Marktfahrer, zu jener Zeit mit unseren “Antiquitäten auf der Burg”. Mir machte das schon damals grossen Spass, der Kontakt mit den Menschen, ihnen etwas zu verkaufen, das wirklich Freude macht, das eine Bedeutung hat, eine Geschichte.

Und nun habe ich seit drei Jahren wieder angefangen, mich wenigstens vor Weihnachten als Marktfrau zu betätigen, diesmal mit meinen handgefärbten Wollstrangen und kleinen, gestrickten Sachen. Auch mein Spinnrad kommt mit und zieht immer wieder Neugiereige an, Erwachsene und Kinder wollen sehen, wie das denn funktioniert, wie aus einem flauschigen Wollbausch ein Faden wird und sich auf die Spule wickelt. Letztes Wochenende war ich in Saint-Armand und wir hatten viel Spass, meine Standnachbarin und ich. Auch die andern Aussteller waren sehr nett und die Organisatoren haben uns mit Kaffee versorgt und waren sehr hilfsbereit.

Weihnachtsmarkt in Saint-Armand

Weihnachtsmarkt in Saint-Armand

Nächstes Wochenende bin ich im Museum in Stanbridge East, auch dort ist ein kleiner Weihnachtsmarkt mit Kunsthandwerkern aus der Region, beide Dörfer sind unmittelbare Nachbardörfer von Frelighsburg, wo ich nun seit bald zwei Jahren wohne. Ja, es geht mit Riesenschritten auf Weihnachten zu, und der erste, schöne Schnee (der zwar jetzt wieder weg ist), hat uns in die richtige Stimmung versetzt.

Elf Jahre

Heute sind es elf Jahre her, seit der Junge seinen schweren Autounfall hatte. Er lag damals lange im Koma, und wir wussten nicht, ob und wie er überleben würde. Damals schrieb ich dieses Gedicht, und auch wenn dies hier nicht mein Gedichteblog ist, möchte ich es heute mit Euch teilen.

***

Die Reise

Mein Sohn
du machst eine lange Reise
durch eine dunkle Nacht

Wir stehen da
hilflos

Wir können dich
nicht begleiten

Aber unsere Liebe
ist der Leuchtturm
Unser Herz
der Hafen
der dich erwartet

wenn du zurück kommen wirst

von deiner Reise
durch die dunkle Nacht

***

(Es gibt auch die französische Version dieses Gedichtes…)

Heute geht es dem Jungen sehr gut. Er hat gelernt, mit seinen Begrenzungen und Schwierigkeiten zu leben, gut zu leben, und ich bin sehr, sehr stolz auf ihn!

Frauen mit Flügeln

Früher habe ich mich nie an Halloween beteiligt. Es gehörte nicht zu unserer Kultur.

Doch hier in Nordamerika ist es ein verwurzelter Brauch, und in meinem Dorf wird er noch sehr nett begangen, die Kinder kommen in Gruppen, oft mit selbstgemachten Kostümen verkleidet, und häufig sind auch die Eltern dabei, viele von ihnen auch verkleidet. Wir Frauen von der Clinique Colibri wählen jedes Jahr ein Thema, dekorieren beim Eingang der Clinique und empfangen die Kinder unter dem Vordach, oft singen wir miteinander, haben viel Spass. Es ist das zweite Jahr, in dem ich mitmache, und dieses Jahr haben wir viel Aufwand in die Kostüme gesteckt. Das Thema war “Women With Wings” – Feen, “Fairies” auf englisch.

Darf ich vorstellen: Hinten von links nach rechts: Waldfee, Rosenfee, Regenbogenfee, vorne: Traktorfee und Blaue Fee.

Noch mehr Bilder hat es hier.

Women With Wings

Women With Wings

****

Im übrigen sind es heute genau 24 Jahre, dass ich, mit dem Bauern und unseren Söhnen, nach Kanada gekommen bin um hier zu bleiben. Und ich bin heute wirklich zu Hause hier!

Licht

licht

Licht

Gestern war ein grauer, trüber Tag,  nicht nur vom Wetter her. Ich war auf der Farm, Büroarbeit, und es gibt schwierige Entscheidungen zu fällen. Es kann ja nicht ewig so weitergehen. Ab und zu macht mir das das Herz noch immer ein wenig schwer.

Aber dann wird es Abend, die Wolken reissen noch einmal auf, bevor die Sonne untergeht, und die drei Baumschwestern auf der Farm (mit Jackies Hütte darunter) sind in strahlendes Licht getaucht. Der Junge macht mit seinem i-phone dieses Bild. Ich fnde es einfach wundeschön und möchte es mit euch teilen.

Ja. Das Leben ist wundervoll und immer wieder hell und licht!

Vor sechs Wochen...

…wurde dieses Foto gemacht:

Hochzeitsfamilien

Hochzeitsfamilien

Es war ein wunderschönes Fest, unvergesslich für uns alle, lieber Besuch aus der Schweiz, Freunde, Familie, die Familie von Belle-Fille – es war einfach alles perfekt.

Nun geht das Leben wieder seinen Gang, ich bin dieses Wochenende auf der Farm, aber sonst habe ich Klienten in der Clinique, färbe Wolle, stricke, lese, schreibe, gehe neuerdings einmal pro Woche in einen Singkreis. Und seit einigen Wochen ist in meinem Leben jemand aufgetaucht… ich glaube, ich werde ihn hier mister e. nennen. Ja, das passt. Aber mehr verrate ich (noch) nicht. ;-)

Vrai

Béa hatte recht mit ihrem Kommentar: Ein grosses Fest steht uns bevor.

Vor zwei Jahren habe ich gebloggt “Frisch verlobt”… und nun ist es so weit, der Grosse und Belle-Fille heiraten! Am Samstag ist die Hochzeit im Manoir Rouville Campbell.

Ich freue mich, dass lieber Besuch aus der Schweiz kommt. Ich freue mich, dass der Junge “Garçon d’honneur” ist und fabelhaft aussehen wird in seinem Anzug. Ich freue mich darüber, dass ich mich mit dem Vater meiner Söhne noch immer recht gut verstehe, dass wir das als Familie – und als erweiterte Familie feiern dürfen. Ich freue mich, dass auch der Kleine Bruder und Göttibub des Bräutigams dabei ist, mit seinen bald drei Jahren ein ausserst süsser kleiner Kerl. Ich freue mich, dass ich mich mit der Mutter des Kleinen Bruders verstehe, auch wenn wir verständlicherweise nicht dicke Freundinnen sind, so können wir uns doch gegenseitig respektieren. Ich freue mich, dass ein alter Freund der Familie, der jahrelang Pfarrer in unserer Gemeinde war, die Trauung halten wird. Ich freue mich, auch die erweiterte Familie der Belle-Fille kennezulernen und den Freundeskreis der beiden.

Und am allermeisten natürlich freue ich mich, dass mein Grosser so eine grossartige, liebe Frau bekommt und meine Belle-Fille so einen wundervollen Ehemann. Ich wünsche ihnen alles Glück dieser Erde!