spirale

wieder
neuland

und doch
so vertraut

also ob ich
schon tausend jahre
in deinen augen
gewohnt hätte

noch
unausgesprochen
unverkörpert

und doch
als ob es
festgelegt wäre
seit uralten zeiten

noch
keimend
wartend
scheu

und doch
verwurzelt
in der ständig
sich wandelnden
spirale
der ewigkeit

aufgebrochen

aufgebrochen
in mir
was jahrelang schlief

und doch
immer
war ich getragen
gehalten
gesegnet

mitten im winter
blüht nun
was gesät wurde

vor jahren
vor jahrzehnten
vor jahrtausenden

aufgebrochen
mein herz
meine seele

ich werde mich
nie mehr fürchten
vor der liebe

trauer

schwülfeuchte
sommerhitze

unter dem zwetschgenbaum
hockt lautlos
die trauer

fällt  mich
unversehens an
als ich mich
im garten bücke

über das feld
geht eine einsame gestalt

doch er
will nicht mehr
mein mann sein

da schreit
in der espe
ein vogel
viel zu laut

weizenkorn

wieder
und wieder
backe ich brot

für mich
für dich
für euch

weizenkorn
in der erde
stirbt

keimt
wächst
bringt frucht

wird gedroschen
wird gereinigt
wird gemahlen

wieder
und wieder
backe ich brot

nahrung
für leib
und seele